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45.19 17. Orgelkurs


Eingeladen sind Organisten im Haupt- und Nebenberuf, Studierende und alle, die sich für ein Orgelstudium interessieren oder einfach für Orgelmusik begeistern. Die Umgebung der Landesmusikakademie ist reich an charakteristischen, teils historischen Instrumenten, an denen u.a. der Kursunterricht in Improvisation ( Prof. Hans-Jürgen Kaiser) und Literaturspiel (Anna Pikulska) stattfindet.
Einen besonderen Schwerpunkt in diesem Kurs bildet das Thema „Migration in der barocken Musikpraxis“. Damals unternahmen viele bedeutende Musiker Reisen zur Aus- oder Weiterbildung, häufig nach Italien. Ziel solcher Reisen war aber auch der Amsterdamer Tastenvirtuose Jan P. Sweelinck (1562-1621). Sweelinck blieb zeitlebens in den Niederlanden und zog Clavierspieler aus ganz Europa zu sich. Vor allem die norddeutschen Organisten strömten zu ihm, aber auch der Hallenser Samuel Scheidt (1587-1654). Sweelincks Kunst des Kontrapunkts und der Variation hatte Vorbildcharakter und wird im Kurs vor allem in seinen Nachwirkungen im Früh und- Hochbarock improvisatorisch aufgegriffen. Weiterhin sollen die Grundlagen für Toccaten und Präludien dieser Zeit vermittelt, geübt und im Konzert präsentiert werden.
Inhalt:
- Werke von: A. Gabrieli, C. Merulo, J.P. Sweelinck, S. Scheidt: Tabulatura nova (1624), F. Tunder, J.A. Reincken, D. Buxtehude, J.J. Froberger, G.Böhm
- Quellen: C. Antegnati (L´Arte organica 1608), G. Diruta (Il Transilvano 1609)
- Besonderheiten der Notation und der Ausführung, Instrumentenkunde
- kritischer Umgang mit den Ausgaben, Ästhetik der Zeit

Dozententeam:


Prof. Hans-Jürgen Kaiser studierte Schul- und Kirchenmusik sowie das Konzertfach Orgel an den Hochschulen Mainz, Mannheim und Saarbrücken. Seit 1989 wirkt Hans-Jürgen Kaiser als Domorganist am Hohen Dom zu Fulda. Er ist Orgelbeauftragter im Bistum Fulda und künstlerischer Leiter der Orgelkonzerte und Matinéen am Fuldaer Dom. Seit 1990 verbindet ihn ein Lehrauftrag für Improvisation/Liturgisches Orgelspiel und Orgelliteraturspiel mit der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz, wo er 1995 zum Universitätsprofessor für Orgelimprovisation berufen wurde. Nach intensiver Beschäftigung mit französischer und deutsch-romantischer Orgelmusik sowie dem Orgelwerk J.S.Bachs und O.Messiaens hat er sein Repertoire stark in Richtung alter Musik erweitert. Grundlage hierfür ist unter anderem sein besonderes Interesse für den historischen Orgelbau. Daneben ist die Improvisation, die sowohl historische Stile als auch zeitgenössische Improvisation bis hin zum Jazz umfasst, Teil seiner Konzertprogramme.
Zahlreiche CD-Aufnahmen (Liszt/Reger/Bach/Eben) an bedeutenden neueren Orgeln, aber besonders auch an Denkmalorgeln (Schweriner Dom, Fritzlarer Dom, historische Orgel in Hessen) und eine rege Konzerttätigkeit im In- und Ausland, verbunden mit Kursen für Orgelimprovisation, runden sein vielfältiges Tätigkeitsspektrum ab. Von 2004 – 2012 war er Vorsitzender der Konferenz der Leiterinnen und Leiter der Ausbildungsstätten für katholische Kirchenmusik in Deutschland. Als einer der beiden Hauptherausgeber des ökumenischen Standardlehrwerks für den deutschen Sprachraum zur Kirchenmusik, Basiswissen Kirchenmusik, 2009 beim Carus-Verlag erstmals erschienen und 2010 bereits mit dem Deutschen Musikeditionspreis Best Edition ausgezeichnet, hat er sowohl inhaltlich, methodisch-didaktisch als auch interkonfessionell neue Maßstäbe gesetzt. Neueste CD Einspielungen:
Die Orgel der Stadtpfarrkirche Fulda- Ratzmann, Eggert, Klais
Veni creator spiritus- ein Text und Vertonungen für Orgel
Orgel des Fuldaer Domes


Anna Pikulska hat an der Musikhochschule Kattowitz bei Prof. Julian Gembalski Orgel studiert und dieses Studium ebenso wie 2012 das Aufbaustudium Konzertexamen bei Prof. Gerhard Gnann an der Hochschule für Musik Mainz mit Auszeichnung abgeschlossen. Studien in der Meister-Orgelklasse von Prof. Jacques van Oortmerssen (Amsterdam) sowie zahlreiche Meisterkurse und Hospitationen mit Schwerpunkt Alte Musik (u.a. bei Prof. Christoph Bossert) runden ihre künstlerische Ausbildung ab. Sie ist Preisträgerin zahlreicher Orgelwettbewerbe, u.a. des Internationalen Orgelwettbewerbs Brno (Tschechien) 2007, des Orgelwettbewerbs Posen 2008 sowie des Internationalen J.P. Sweelinck-Wettbewerbs Danzig 2009. 2011 war sie Semifinalistin des ARD-Musikwettbewerbs, 2012 errang sie den 1. Preis beim Internationalen Orgelwettbewerb FUGATO in Bad Homburg. 2014 erlangte sie den 2. Preis sowie den Publikumspreis beim VII. Internationalen Orgelwettbewerb (Hermann-Schroeder Preis) in Trier. Seit 2016 arbeitet Anna Pikulska im Rahmen einer Post-Doc-Stelle an der Hochschule für Musik Mainz als wissenschaftliche und künstlerische Mitarbeiterin in der Abteilung Kirchenmusik/Orgel. 2016 wurde die erste CD-Einspielung Die Orgelmusik aus der Wieskirche der Künstlerin an der neuen Orgel in der weltberühmten Wieskirche veröffentlicht. Ein Universitäts-Förderpreis ermöglichte Anna Pikulska die Produktion einer Doppel-CD, bei welcher sie 2016 im Rahmen ihres Forschungsprojektes an der großen historischen Barockorgel in Waltershausen und an der Gottfried Silbermann-Orgel im Freiberger Dom Werke von Johann Sebastian Bach einspielte. Für diese CD, welche im Oktober 2017 im Orgelsaal öffentlich vorgestellt wurde, wurde Anna Pikulska 2018 mit dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet.

Teilnehmerzahl: ca. 15
Kursbeginn: Sonntag, 15.09.2019, 16:00
Kursende: Donnerstag, 19.09.2019, nach dem Konzert
Abschlusskonzert:

Donnerstag, 19.09.2019, 18:30, Abteikirche Bendorf-Sayn

Gebühren:

inkl. Verpflegung und Unterkunft im EZ 280 €, im DZ 244 €, Studierende im MZ 220 €

Hinweise zur Anmeldung: Die Anmeldung erfolgt über die Landesmusikakademie Rheinland-Pfalz


Dieser Kurs ist vom Pädagogischen Landesinstitut Rheinland-Pfalz unter Az. MA.1945 als dienstlichen Interessen dienend anerkannt.